Ramon Babazadeh gehört zu der Generation junger Fernsehmoderatoren in Deutschland, die klassische Reisereportagen neu denken. Mit einer Mischung aus Neugier, echtem Interesse an Menschen und einer spürbar warmen Art hat er sich in den letzten Jahren einen Platz im Herzen vieler Zuschauerinnen und Zuschauer erarbeitet. Sein Stil ist unprätentiös, aufmerksam, und er zeigt in seinen Sendungen nicht nur schöne Landschaften, sondern erzählt Geschichten, die berühren und verbinden.
Ein Mensch im Dialog mit der Welt
Ramon Babazadeh wurde 1989 in Braunschweig geboren, im Südwesten Deutschlands. Früh entwickelte er eine Leidenschaft für Sprache, Kultur und Kommunikation, die später seine berufliche Orientierung prägen sollte. Bereits während seines Studiums stellte er unter Beweis, dass ihn das Erzählen interessiert: Nach dem Abitur zog es ihn an die Universität Tübingen, wo er Allgemeine Rhetorik sowie Anglistik und Amerikanistik studierte – Fächer, die sich mit Sprache, Kommunikation, Kultur und öffentlicher Rede auseinandersetzen. Dieses akademische Fundament hilft ihm heute, Geschichten klar und einfühlsam zu vermitteln.
Vom Radio zum Fernsehen: der berufliche Weg
Seine Medienkarriere begann nicht im Fernsehen, sondern klassisch im Radio. Während seines Studiums arbeitete Babazadeh als Radioreporter beim Südwestrundfunk (SWR), wo er bereits erste journalistische Erfahrungen sammelte. Im Hörfunk lernte er, wie man Menschen zuhört, wie man Fragen stellt und wie man Geschichten so erzählt, dass sie beim Publikum ankommen. Später folgte ein journalistisches Volontariat, ein typischer Einstieg in den öffentlich‑rechtlichen Rundfunk, der ihm den Weg ins Fernsehen ebnete.
Schon in dieser Phase zeigte sich sein Gespür für Themen, die sowohl informativ als auch menschlich berührend sind – eine Qualität, die ihm später nicht nur Anerkennung, sondern auch Auszeichnungen einbringen sollte.
Ein Preis und ein Moment der Anerkennung
Ein bedeutender Meilenstein in Babazadehs Karriere war die Verleihung des Kurt‑Magnus‑Preises der ARD im Jahr 2020. Dieser Preis gilt als ein wichtiger Nachwuchspreis im deutschen Rundfunk und würdigt besondere journalistische Leistungen, vor allem in Radio‑ und Audioformaten. Dass der Preis nicht nur verliehen, sondern in Babazadehs Fall auch mit der Würdigung eines multimedialen Projekts verbunden war, zeigt, wie sorgfältig und vielschichtig sein journalistischer Zugang ist.
Sein journalistischer Ansatz zeichnet sich dabei durch ein offenes Interesse an Menschen aus – sowohl an den Menschen, über die er berichtet, als auch an seinem Publikum. Diese Haltung unterscheidet ihn von vielen klassischen Reisereportern: Babazadeh interessiert weniger die reine Postkarten‑Ansicht eines Ortes, mehr der Alltag, die Menschen, die dort leben, und ihre Geschichten.
Expedition in die Heimat: Reisen, die verbinden
Seit 2021 ist Babazadeh ein fester Bestandteil der SWR‑Reportagereihe „Expedition in die Heimat“. In dieser Sendung erkundet er den Südwesten Deutschlands und sucht bewusst nach Orten, die abseits der üblichen Touristenpfade liegen. Die Perspektive ist dabei nie distanziert. Vielmehr nähert sich Babazadeh den Menschen, die dort leben, probiert lokale Spezialitäten, nimmt an regionalen Traditionen teil und erzählt von dem, was einen Ort wirklich ausmacht.
Ob er mit einem 80er‑Mofa durchs Lautertal fährt und Einblicke in die Fohlenaufzucht auf dem Gestüt Marbach erhält, oder beim Bodensee‑Roadtrip versteckte Naturschönheiten und Menschen mit ungewöhnlichen Lebensweisen trifft – die Reportagen sind kleinformatig, menschlich und lebendig.
Andere Folgen zeigen ihn beim SUP‑Paddeln auf dem Neckar durch Tübingen, beim Entdecken historischer Orte oder sogar beim intensiven Austausch mit Künstlern, Musikern und Menschen, die oft fast unscheinbar leben, aber ein außergewöhnliches Wissen oder eine faszinierende Geschichte haben.
In all diesen Reportagen wird deutlich: Es geht nicht nur um Neues, sondern um das Verständnis für das, was vertraut, nah und oft doch überraschend ist.
Wunderschön! – Blick über die Grenzen hinweg
Parallel zu seiner SWR‑Tätigkeit ist Ramon Babazadeh auch Teil des Moderationsteams von „Wunderschön!“, einem der etabliertesten deutschen Reisemagazine, das seit 2008 vom WDR produziert wird. Seit 2022 ist Babazadeh regelmäßiger Moderator dieses Formats, das einmal wöchentlich Zuschauerinnen und Zuschauern Inspiration bietet – nicht nur für Urlaubsreisen, sondern auch für Perspektiven auf Landschaft, Kultur und Gemeinschaft.
Die Reportagen, die er für „Wunderschön!“ moderiert, sind breit gefächert: Sie reichen von Abenteuern im Bayerischen Wald über Radtouren entlang europäischer Flüsse bis zu Wanderungen durch mystische Wälder. Besonders bemerkenswert ist eine Folge, in der Babazadeh die Donau von ihrer Quelle bis nach Regensburg begleitet – eine Reise, die Natur, Geschichte, Abenteuer und Begegnungen miteinander verbindet.
In einem Interview mit dem WDR betonte Babazadeh, dass sein Job nicht nur Reisen begleitet, sondern echte Begegnungen ermöglicht. Für ihn gibt es keinen schöneren Aspekt seiner Arbeit, als Menschen vor Ort kennenzulernen, ihre Geschichten zu hören und sie anschließend mit dem Publikum zu teilen. Bei „Wunderschön!“ geht es nicht allein um schöne Bilder, sondern um die Bedeutung hinter diesen Bildern – um Orte, die Menschen etwas bedeuten, und um Menschen, die ihre Orte lieben.
Eine persönliche, aber öffentliche Figur
Trotz seiner Präsenz im Fernsehen ist Ramon Babazadeh sehr bewusst mit seinem Privatleben umgegangen. Anders als viele Personen des öffentlichen Lebens hält er Details über intime Beziehungen oder familiäre Hintergründe weitgehend aus der Öffentlichkeit fern. Was jedoch beobachtbar ist, ist seine Leidenschaft für Kultur, Musik und Begegnung.
In mehreren seiner Reportagen bringt er seine musikalische Erfahrung ein und erwähnt, wie wichtig ihm die Sprache und Musik eines Ortes sind, um wirklich Fuß zu fassen und Zugang zu den Geschichten der Menschen zu bekommen. Musik, Sprache und Begegnung – diese Elemente verbinden sich wie ein roter Faden durch seine Arbeit und machen seine Moderation deutlich persönlicher.
Die Kunst des Reisens als Lebensschule
Was macht die Arbeit von Ramon Babazadeh so besonders? Es ist nicht nur seine Kompetenz als Moderator und Journalist, sondern die Art und Weise, wie er Reisen versteht: nicht als Konsumprodukt, sondern als Möglichkeit, die Welt mit Respekt, Offenheit und Neugier zu betrachten. Seine Sendungen sind ein Aufruf zu einer anderen, tieferen Perspektive auf Orte und Menschen: mehr schauen, mehr zuhören, mehr verstehen.
In vielen Episoden der Formate, die er moderiert, wird dies deutlich. Die Kamera fängt nicht nur Landschaften ein, sondern auch Gespräche mit Winzern, Bootsführern, Kunsthandwerkern, Forschern und einfachen Menschen, die oft weit mehr zu erzählen haben, als es ihr Alltag vermuten ließe. Diese Gespräche machen deutlich, dass Reisen mehr ist als ein Foto für die Erinnerung – es ist ein Dialog mit der Welt.
Auszeichnungen und Anerkennung
Ein besonders herausragender Moment in Babazadehs Laufbahn war die Auszeichnung einer von ihm präsentierten Folge von „Wunderschön!“, die den Golden Pen der Kroatischen Zentrale für Tourismus im Jahr 2024 gewann – als „Beste TV‑Produktion über Kroatien in Deutschland“. Diese Anerkennung zeigt nicht nur die Qualität seiner Arbeit, sondern auch, dass sein Blick auf die Welt nicht lokal, sondern international wirkt.
Warum Publikum und Kollegen ihn schätzen
Bei aller Professionalität bleibt Ramon Babazadeh ein Moderator, der nahbar wirkt. In Interviews beschreibt er oft, wie sehr ihn das Lernen von Menschen inspiriert. Das Publikum nimmt ihm ab, dass er wirklich dort ist, nicht nur vor der Kamera, sondern im Gespräch, im Austausch, im Verständnis für das Leben und die Geschichte eines Ortes. Diese Menschlichkeit ist es, die ihn von vielen klassischen Reisemoderatoren unterscheidet und sein Profil prägt.
Fazit: Eine Stimme, die verbindet
Ramon Babazadeh steht für eine Art des Reisens und Reportagenschauens, die menschlich, respektvoll und neugierig ist. Seine Arbeit zeigt, dass lokale Geschichten genauso bedeutend sind wie große Weltfragen, und dass es oft die Begegnungen mit Menschen sind, die uns am stärksten prägen. Als Moderator verbindet er Orte und Menschen, Geschichten und Zuschauerinnen und Zuschauer in einer Weise, die eindrucksvoll zeigt, wie Reisen die Welt – und uns selbst – bereichern kann.
In einer Zeit, in der Medien oft schnell und oberflächlich sind, wirkt Babazadehs Ansatz als Herausforderung und Einladung zugleich: Reisen lernen, zuhören lernen, verstehen lernen – und dabei nie die Würde der Menschen vergessen, über die erzählt wird.
